Lager des Lüftermotors Innenraumgebläse tauschen: Unterschied zwischen den Versionen
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Die im Lüftermotor verwendeten Lager sind Sinterlager und von der Bauform her Kalottenlager. Sinterlager bestehen im Grundsatz aus offenporigem Metall. In den Poren befindet sich Öl zur Schmierung, welches über die Nutzungsdauer hinweg ausgewaschen und somit „verbraucht“ wird. | Die im Lüftermotor verwendeten Lager sind Sinterlager und von der Bauform her Kalottenlager. Sinterlager bestehen im Grundsatz aus offenporigem Metall. In den Poren befindet sich Öl zur Schmierung, welches über die Nutzungsdauer hinweg ausgewaschen und somit „verbraucht“ wird. | ||
Version vom 4. Mai 2026, 18:27 Uhr
Inhaltsverzeichnis
Übersicht
| Kurzbeschreibung | Dieser Artikel beschreibt den Tausch der Lager des Lüftermotors des Innenraumgebläses. | |||
| Alle Positions- und Richtungsangaben erfolgen in Fahrtrichtung, sofern nicht weiter spezifiziert! | ||||
| Schwierigkeitsgrad | einfach | mittel | schwer | Dauer |
| Hilfsperson | keine | Erleichterung | unbedingt erforderlich | ca. 2 Stunden |
| Ressourcen | Standardwerkzeuge | Sonderwerkzeuge | ||
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2× Kalottenlager (Sinterbronze, z. B. Sint-A50, 8mm H7), ggf. Kohlebürsten sowie Blindnieten mit 2,4 mm oder 3,0 mm Durchmesser. |
Hammer, Elektriker-Meißel, Stecknüsse 10 mm und 22 mm (½ Zoll), zwei 2,5 mm Bohrer, ein Austreiber (ca. 4 mm) sowie eine geeignete Unterlage oder alternativ ein Abzieher. |
keine erforderlich. | ||
Beschreibung
Aufgrund von Verlschleiß fängt der Innenraumlüfter naturgemäß an, nervige Geräusche von sich zu geben, sobald die kühlere Jahreszeit daherkommt. Wer an dieser Stelle ohne konkreten Anlass zur Beanstandung liest, sollte sich überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, dieser Situation zuvorzukommen und den Tausch bei angenehmen Arbeitstemperaturen durchzuführen.
Die im Lüftermotor verwendeten Lager sind Sinterlager und von der Bauform her Kalottenlager. Sinterlager bestehen im Grundsatz aus offenporigem Metall. In den Poren befindet sich Öl zur Schmierung, welches über die Nutzungsdauer hinweg ausgewaschen und somit „verbraucht“ wird.
Prinzipiell lassen sich solche Lager wiederbeleben. Dies kann beispielsweise an entsprechender Stelle im Netz (z. B. Zerspanungsbude) nachgelesen werden. Vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit neuer Lager soll dies hier jedoch nicht weiter behandelt werden.
Der hier gezeigte Motor stammt aus einem 560SE aus 12/1988 und trägt die Bosch-Nummer 0130111001 mit der zugehörigen MB-Teilenummer A1268202042.
Das verwendete Kalottenlager ist aus Sinterbronze (Sint-A50) gefertigt und besitzt die dargestellten Abmaße.
Maßgeblich ist hierbei der Innendurchmesser mit 8mm H7. Wie aus den nachfolgenden Bildern ersichtlich wird, erlaubt die Art der Fixierung gewisse Abweichungen bei den übrigen Abmessungen.
Arbeitsfolge
Als erstes gilt es, das Laufrad von der Rotorwelle des zuvor ausgebauten Gebläses herunter zu bekommen. Dazu wird zunächst der Klemmring von der Welle gehebelt und anschließend das Gehäuse entfernt.
Das Laufrad selbst ist auf die Welle aufgepresst. Da es aus Kunststoff besteht, ist hierbei eine gewisse Vorsicht geboten, um es von selbiger zu trennen. Die sichere Methode stellt die Verwendung eines Abziehers dar, welcher unter Umständen noch entsprechend anzupassen ist.
Mittels einer geeigneten Unterlage, einem passenden Austreiber und einem gezielten Hammerschlag lässt sich das Ganze jedoch auch auf die robustere Art von der Welle trennen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Motor weich aufgefangen wird, sobald sich das Laufrad löst.
Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass das Laufrad über kleine Metallklammern an den einzelnen Flügeln gewuchtet ist, welche selbstverständlich an Ort und Stelle verbleiben müssen.
Im nächsten Schritt sind die mit dem Motorgehäuse verstemmten Lagerböcke von diesem zu trennen. Dies gelingt am besten mittels Hammer und eines kleinen Meißels, welcher gegebenenfalls noch entsprechend spitz angeschliffen wird. Zum Rückgängig machen der Verpressung führen auch gezielte und beherzte Schläge zum Ziel. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Verbindung später wieder entsprechend hergestellt werden muss und prinzipiell nicht für eine Reparatur dieser Art ausgelegt ist.
Im Anschluss erfolgt die Demontage der Lager aus den zuvor gereinigten Lagerböcken. Hierfür eignen sich eine 10er sowie eine 22er Stecknuss (½ Zoll) sehr gut als Austreibwerkzeuge.
Das Wiedereinsetzen der neuen Lager in die Federlaschen gestaltet sich in diesem Zustand als schwierig, weshalb die Lagerböcke hierzu zerlegt werden müssen. Die Befestigung selber besteht aus zwei miteinander vernieteten Teilen.
Für die korrekte Orientierung beim späteren Zusammenbau sind zwei Zentrierbohrungen vorhanden. Um einen spielfreien Sitz zu gewährleisten, können diese beispielsweise auf ein definiertes Maß von 2,5 mm aufgebohrt werden.
Im Anschluss werden die Nieten ausgebohrt. Je nach verwendetem Bohrer sind für die spätere Montage Blindnieten mit 2,4 mm oder 3,0 mm Durchmesser geeignet.
Der Zusammenbau erfolgt anschließend sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge der Demontage.
Hat man den Motor schon soweit zerlegt bietet es sich an, darüber nachzudenken die Kohlebürsten mit zu tauschen. Prinzipiell gehört es dann auch dazu, den Kollektor abzudrehen. Auch dies lässt sich in gewissem Maße unter DIY Bedingungen anstellen, soll aber nicht weiter Teil dieser Beschreibung sein.
Wer sich dem annehmen möchte, ist im Vorfeld vielleicht an den Abmaßen der "Kohlen" interessiert. Für den hier behandelten Motor ergeben sich diese wie folgt:
Das Maß nach dem die gezeigten Kohlen bestellt wurden lautetet dabei 8 x 10mm
Für den Austausch der Kohlebürsten wird in jedem Fall ein Lötkolben benötigt.
Zu überlegen ist, wie sich der Zustand der vorhandenen Kohlebürsten im Vergleich zum Neuzustand darstellt. Unter der Annahme, dass es sich noch um den original verbauten Motor handelt und die Kohlen nach einer gewissen Laufleistung noch einen entsprechenden Anteil ihres ursprünglichen Zustandes aufweisen, stellt sich die Frage, ob ein Austausch sinnvoll ist oder ob alternativ direkt über den Ersatz des gesamten Motors nachgedacht werden sollte.
Eine Frage, die sich letztlich jeder selbst beantworten muss.
Viel Erfolg!